Kontaktzonen

Bearbeitung: Sarah Kleinmann, Arnika Peselmann, Ira Spieker

Kulturelle Praktiken im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum

Die historischen Entwicklungen im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum sind im 20. und 21. Jahrhundert von Zäsuren bestimmt, die sich in die Region und die Landschaft, aber auch in die Biografien von Akteurinnen und Akteuren eingeschrieben haben. Allein während einer einzigen Lebensspanne waren erhebliche Anpassungsleistungen erforderlich; die Rahmungen und Begrenzungen änderten sich sowohl in räumlicher als auch in politisch-ideologischer Hinsicht. Erinnerungskulturelle Konzepte konkurrieren bis heute, überlagern und beeinflussen sich.

Das Forschungsprojekt „Kontaktzonen. Kulturelle Praktiken im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum“ unternimmt eine qualitative Analyse transnationaler Kontakte und fragt danach, wie Geschichte konstituiert und wie Gegenwart verhandelt wird, welche wechselseitigen Einflüsse und Formen von Annäherung, Austausch und Abgrenzung im Grenzraum vorliegen. Dazu werden institutionalisierte wie auch informelle Initiativen in den Bereichen Kultur, Sport und gesellschaftspolitisches Engagement sowie lokale Vernetzungen zwischen Städten und Gemeinden untersucht.

Städtische und institutionelle Homepages sowie soziale Medien, Print-Publikationen und TV-Produktionen stehen im Fokus einer Medienanalyse. Mit den Trägerinnen und Trägern von grenzüberschreitenden Aktivitäten sind Interviews geplant, um Motive, Handlungsspielräume und Ansätze ihres Engagements transparent zu machen. Die Begleitung von grenzüberschreitenden Initiativen und Aktivitäten ist in Form von Teilnehmender Beobachtung vorgesehen; die Rezeption bzw. Konsumtion der jeweiligen Angebote wird im Rahmen einer Fragebogenerhebung erfasst. Das erhobene Material soll im Anschluss für weiterführende Studien im Onlineportal „Lebensgeschichtliches Archiv für Sachsen“ zugänglich gemacht werden.

Im Rahmen des Projekts entsteht eine dreisprachige Homepage, die über Initiativen im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum informiert, als Vernetzungsplattform dienen kann und zudem die Ergebnisse des Forschungsverlaufs dokumentiert.

Das Projekt läuft seit September 2015 und wurde von 9/2015 bis 8/2017 gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Kooperationspartner sind die Brücke|Most-Stiftung sowie das Europäische Zentrum der Künste Dresden, Hellerau.

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