An der Elbe

Bearbeitung: Andreas Martin

Die Elbe ist das größte durch Sachsen fließende Gewässer. Seit Jahrhunderten bestimmt der Fluss das Leben und die Wirtschaft der Bewohner der an seinem Bett angelegten Siedlungen und Städte. Doch änderte sich die Bedeutung des Gewässers in seinen Bezügen zur Lebenswelt. Unmittelbare Nahrungs- und Existenzgrundlage war die Elbe für einzelne Siedlungen nur bis in das 19. Jahrhundert. Im Rahmen der Industrialisierung erlangte ihre Bedeutung als Transportweg Dominanz, und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat die Nutzung des Tales und der teilweise weiten Wiesenniederungen für die Freizeitgestaltung der Anwohner und Erholung Suchender in den Vordergrund. In der Folge des Strukturwandels der Industrie am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts prägen die Bemühungen um eine Renaturierung des Flusses die Beziehung zu diesem Gewässer.

In weiten zeitlichen Abständen verdeutlicht der Flusslauf den Menschen seine eigentliche Funktion, Transportweg für die Ableitung des Oberflächenwassers zu sein, mit brutaler Gewalt und weist damit eindringlich auf seine Wichtigkeit im Naturhaushalt des europäischen Kontinents hin. Im Rahmen des Projektes soll die Veränderung der Position des Flusses für die Lebenswelt der Einwohner der Stadt Dresden und des oberen Elbtales dargestellt werden und der Frage nachgegangen werden, in welchen Situationen das Gewässer in welcher Form wahrgenommen wird. Dabei sind auch Maßnahmen zu beachten, die der Mensch bei der Gestaltung des Flussbettes unternommen hat, und es ist nachzufragen, ob sich eine Kultur des Umgangs mit der Naturerscheinung „Fluss“ entwickelt hat.

Positive Details, wie Elberadweg, Elbwiesen, Ausflugslokale, Elbhang, und Negativ- bzw. Angstsituationen wie „Heidenauer Treibeis“, Eisgang, historische und jüngstes Hochwasser, Brückenmangel sollen einander gegenübergestellt und eine verallgemeinerungsfähige Bewertung des Alltagsbildes vom Fluss in der Lebenswelt der Anwohner erarbeitet werden.