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Neubearbeitung des Historischen Ortsverzeichnisses von Sachsen

Projektleiter: Karlheinz Blaschke
Bearbeiterin: Susanne Baudisch
Projektmitarbeiter: Lieselotte Bormann, Annelie Fitz, Anita Hartmann, Anja Schulz, Thomas Thieme
Laufzeit: 1999 - 2006

Ansprechpartner HOV online: Jens Klingner/Henrik Schwanitz


Als historisch-topografisches Sachlexikon mit an die 6.000 Ortsartikeln gehört das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen zu den unentbehrlichen Nachschlagewerken der sächsischen Landesgeschichte. Es erfasst alle bestehenden sowie ehemals selbständigen Siedlungen auf dem Gebiet des Königreichs beziehungsweise Freistaats Sachsen und bietet den Nutzerinnen und Nutzern die wichtigsten Angaben zu den Orten. Bereits 1957 von Karlheinz Blaschke veröffentlicht, wurde das Historische Ortsverzeichnis von 1999 bis 2006 vollständig überarbeitet und dem damaligen Forschungsstand angepasst. Neben der Aufnahme von ungefähr 800 Ortsartikeln der neu zum Freistaat Sachsen gekommenen Gebiete umfasste der inhaltliche Aspekt der Neuauflage eine neue alphabetische, nicht mehr an den Großlandschaften orientierte Ordnung sowie die Erweiterung aller vorhergehenden Ortsartikel; hierzu gehörten unter anderem Angaben zu Bevölkerungszahlen und Verwaltungsstrukturen bis zum 31. Dezember 2000, geografische Daten in Verbindung mit historischen und topografischen Kartenwerken oder die Verzeichnung des jeweiligen Ortes in landesgeschichtlich relevanten Nachschlagewerken. Des Weiteren erfolgte eine grundlegende Überarbeitung ausgewählter historischer Daten mit Schwerpunkt im Mittelalter. Einträge zur Ersterwähnung eines Ortes sowie zur Überlieferung historischer Namenformen erfolgten in direkter Abstimmung mit dem DFG-Projekt „Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen“ unter Leitung von Prof. Dr. Ernst Eichler und Prof. Dr. Hans Walther an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Der methodische Neuansatz des Vorhabens bestand in der interdisziplinären Kooperation von Sprachwissenschaft, Geschichte und Geografie sowie in der elektronischen Umsetzung in Gestalt einer Datenbank. Damit konnten im Anschluss an die Publikation 2006 die Arbeiten an der digitalen Version des Historischen Ortsverzeichnisses beginnen, welches seit Januar 2008 online verfügbar ist.

 

Literatur:

Jens Klingner/Henrik Schwanitz, Die digitalen Quellen des ISGV, in: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde 1997–2017 (Spurensuche. Geschichte und Kultur Sachsens 7), hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden 2017, S. 109-119, hier S. 109-112.

Susanne Baudisch, Historisches Ortsverzeichnis und Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Zwei Lexika – ein Wissenssystem, in: Namenkundliche Informationen 93/94 (2008), S. 195-219; URL: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-62505

Link zur Online-Datenbank: https://hov.isgv.de; weitere Infos zur Vorgeschichte und Nutzung: https://hov.isgv.de/info/projekt