Filmreihe: SIE. Frauen im DDR-Film
Ort
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), Zellescher Weg 18, Klemperer-Saal
Kontakt
Christina Schneider-Leggio, Veranstaltungsmanagement SLUB, veranstaltungen@slub-dresden.de
Dörthe Schimke, Öffentlichkeitsarbeit, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV), d.schimke@isgv.de
Datum
14. Oktober 2026 bis 7. April 2027
Veranstaltungsbeginn
jeweils 19:00 Uhr
Anmeldung
Der Eintritt ist frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Konzeption
Sönke Friedreich, Nadine Kulbe, Andreas Rutz, Henrik Schwanitz (ISGV)
Veranstalter
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) und Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) in Zusammenarbeit mit der TU Dresden, dem Landesprogramm "Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SAVE)" und dem Filmverband Sachsen
Weitere Informationen und Aktualisierungen unter: www.slubdd.de/veranstaltungen
Termine
14. Oktober 2026 - SOLO SUNNY (DDR 1980, 104 min) - DEFA-Stiftung
4. November 2026 - SIE (DDR 1970, 30 min) + HISTORISCHES FILMMATERIAL AUS DEM LANDESPROGRAMM SAVE (DDR, 1950er-1970er-Jahre) - DEFA-Stiftung
2. Dezember 2026 - MARTHA (DDR 1978, 56 min)+ ERINNERUNGEN - ZWEI FRAUEN IN LEIPZIG (DDR 1981, 17 min) - DEFA-Stiftung Martha
13. Januar 2027 - BIS DASS DER TOD EUCH SCHEIDET (DDR 1979, 96 min) - DEFA-Stiftung
3. Februar 2027 - WINTER ADÉ (DDR 1988, 116 min) DEFA-Stiftung
3. März 2027 - DIE BEUNRUHIGUNG (DDR 1982, 99 min) - DEFA-Stiftung
7. April 2027 - DAS FAHRRAD (DDR 1982, 89 min) - DEFA-Stiftung
Seit den 1970er-Jahren wurden in Kinofilmen der DDR alternative Lebensmodelle diskutiert. Sie zeigten gerade für Frauen andere, emanzipiertere Perspektiven auf. Ein Grund für diese auffällige Konzentration waren die Restriktionen der staatlichen Zensur- und Kulturpolitik der DDR: „Frauen durften immer ein bißchen verrückter, ein bißchen phantasievoller, ein bißchen ausgeflippter, ein bißchen ärmer, ein bißchen magerer, ein bißchen alles-ein-bißchen-mehr sein als Männer. Männern hat man es übler genommen, wenn sie nicht Helden waren, Frauen durften das eher“, so die Drehbuchautorin Regine Kühn im Rückblick. Zugleich spiegelt die Aufmerksamkeit für weibliche Lebensgeschichten eine größere Sensibilisierung für Fragen der Gleichberechtigung und Emanzipation, wie sie auch in der Bundesrepublik und anderen Ländern zu konstatieren ist. Im Filmschaffen der DDR waren es interessanterweise zunächst eher Männer, etwa Konrad Wolf oder Heiner Carow, die den Blick auf den Alltag von Frauen warfen. In den 1980er-Jahren traten dann auch verschiedene Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen auf, etwa Evelyn Schmidt oder Christa Nickel, die mit ihren Filmen und Reportagen die Situation von Frauen kritisch reflektierten.
Die gemeinsam von ISGV und SLUB veranstaltete Filmreihe zeigt von Oktober 2026 bis April 2027 an sieben Abenden Spiel- und Dokumentarfilme aus den 1970er- und 80er-Jahren. Sie schildern keine strahlenden Heldinnen und Gewinnerinnen, sondern Frauen im Alltag der DDR-Gesellschaft. Damit geben sie Einblick in grundsätzliche Konflikte zwischen den Geschlechtern sowie die spezifischen Bedingungen des Lebens in der späten DDR. Jeder Filmabend beginnt mit einer Einführung zum jeweiligen zeitgeschichtlichen und filmhistorischen Kontext. Im Anschluss an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Neben der ISGV-Projektgruppe "Das Medium Film als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit" konnten für die Einführungen Kolleg:innen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs Berlin, des SAVE-Programms der SLUB , des Filmverbands Sachsen, des Kunsthistorischen Instituts der TU Dresden sowie der Schriftsteller Renatus Deckert gewonnen werden. Veranstaltungsort ist der Klemperer-Saal der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.