1423–2023. 600 Jahre Sachsen(-Meißen)

Winchester, Magdeburg, Braunschweig, Wittenberg, Lauenburg, Meißen. „Sächsische“ Fürstentümer, König- und Kaiserreiche und ihre Traditionen (10. bis 16 Jh.)

Flyer zur Tagung

 

Wissenschaftliche Leitung
Wolfgang Huschner (SAW)
Enno Bünz (ISGV/SAW)

Orte
Fürstenschule Meißen
Sankt Afra - Aula
01662 Meißen, Freiheit 13

Albrechtsburg Meißen
01662 Meißen, Domplatz 1

Datum
25. bis 28. Oktober 2023

Kontakt und Anmeldung
Antonia Engelhardt
+49 341 697 642 13
engelhardt@saw-leipzig.de

Um Anmeldung bis zum 2. Oktober 2023 wird gebeten. Die Teilnahme ist kostenfrei möglich.

Veranstalter
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) in Kooperation mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden (ISGV)



Am 6. Januar 1423 belehnte König Sigismund (1410/11–1437) den Markgrafen Friedrich IV. von Meißen (1382–1428) vorläufig und am 1. August 1425 verbindlich mit dem Herzogtum und Kurfürstentum Sachsen(-Wittenberg). Der Markgraf von Meißen, der bis dahin einer von vielen Fürsten im Heiligen Römischen Reich gewesen war, gelangte durch diese Belehnungen in den exklusiven Kreis der sieben Kurfürsten. Gemäß der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 trugen sie in Kooperation mit dem jeweiligen Herrscher die Hauptverantwortung für die Regierung des Heiligen Römischen Reiches und wählten nach Eintritt einer Thronvakanz einen neuen König und künftigen Kaiser. Die neuen Herzöge und Kurfürsten von Sachsen stellten sich bald in ausgewählte Traditionen „sächsisch“ geprägter früh- und hochmittelalterlicher Fürstentümer, König- und Kaiserreiche, die sie Sie für ihre eigene Repräsentation und Legitimation im Heiligen Römischen Reich und in Europa nutzten. Vor diesem Hintergrund bildet das Jahr 1423 den Ausgangspunkt für die allmähliche Übertragung des prestigeträchtigen Namens „Sachsen“ auf wettinische Landesherren, ihre Herrschaftsgebiete und die darin lebende Bevölkerung.

Anlässlich des 600. Jahrestages der ersten Belehnung des Markgrafen Friedrich von Meißen mit dem Herzog- und Kurfürstentum Sachsen wird die Sächsische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. vom 25. bis zum 28. Oktober 2023 eine internationale Tagung in Meißen veranstalten. Sie wird sich in sieben Sektionen u.a. der jeweiligen zeitgenössischen Relevanz „sächsisch“ geprägter Fürstentümer, König- und Kaiserreiche im Früh- und Hochmittelalter sowie deren Nachwirkungen widmen. Diese standen den neuen sächsischen Kurfürsten ab 1423/25 als Traditions- und Repräsentationspotential zur Verfügung. Im Rahmen der Tagung sollen u.a. folgende Fragen beantwortet werden:

  • 1. Welche zeitgenössischen Ausstrahlungen, Legitimations- und Repräsentationsformen und welche Nachwirkungen lassen sich bei „sächsisch“ geprägten Fürstentümern, König- und Kaiserreichen des Früh- und Hochmittelalters feststellen?
  • 2. Welche Rolle spielten Markgrafen von Meißen in den früh- und hochmittelalterlichen König- und Kaiserreichen?
  • 3. Welches diplomatische und politische Gewicht besaßen die neuen Kurfürsten von Sachsen(-Meißen) im Rahmen des Kurfürstenkollegiums sowie inner- und außerhalb des Heiligen Römischen Reiches (15./16. Jh.)?
  • 4. Welche Legitimationsstrategien und Traditionsbildungen lassen sich bei den neuen sächsischen Herzögen und Kurfürsten aus Meißen erkennen?
  • 5. Wie lange dauerte es, bis man die wettinischen Landesherren und ihre Herrschaftsbereiche von der Außenperspektive her als „Sachsen“ bezeichnete und sich die darin lebende Bevölkerung (aus der Binnenperspektive) als „Sachsen“ verstand?

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