Biografie des Monats November 2026

Bernhard von Miltitz (1570–1626) – Aus Sachsen in die Neue Welt

Karte der Karibik und von Florida (1594)
Karte der Karibik und von Florida (1594)

von Henrik Schwanitz

Als Bernhard von Miltitz am 16. Dezember 1596 in Spanien wieder europäischen Boden betrat, bedeutete dies das Ende seiner Weltreise. Mit gerade einmal 26 Jahren hatte er auf dieser nicht nur die damals bekannten Kontinente besucht, sondern war auf der Karibikinsel Hispaniola sogar knapp der Galeeren-Gefangenschaft entkommen.

Miltitz kam auf Schloss Scharfenberg bei Meißen zur Welt. Nach Jahren als Soldat im kursächsischen Heer Kurfürst Christians I. und als Söldner in Frankreich sowie in den Niederlanden heuerte er 1594 im französischen Dieppe auf einem Kaperschiff an. Mit diesem gelangte er über die Kanaren, Madagaskar und Indien bis nach Brasilien, das er im Jahr 1596 erreichte. Das eigentliche Ziel der Fahrt ist unbekannt; unterwegs handelte man u. a. mit Gewürzen und Tropenholz, aber auch mit versklavten Afrikanerinnen und Afrikanern. Die Reise fand ihr jähes Ende an der Küste Hispaniolas, wo die Schiffsbesatzung von den Spaniern gefangengenommen wurde. Aufgrund seiner Kenntnis der lateinischen Sprache kam Miltitz als Einziger frei und erreichte Ende 1596 Sanlúcar de Barrameda. In Spanien hielt er sich am königlichen Hof auf und traf dort auf Erzherzog Albrecht VII. von Österreich, mit dem er den Mittelmeerraum bereiste. Erst 1601, gut vier Jahre nach seiner Rückkehr nach Europa, kam Miltitz nach Kursachsen zurück und ließ sich auf Schloss Pretzsch nieder. Aufgrund seiner Erfahrungen, seines Wissens und seiner Sprachkenntnisse wurde er vom sächsischen Kurfürsten als Gesandter eingesetzt.

Dass wir von seinen Abenteuern wissen, verdanken wir seinen eigenen Aufzeichnungen – allerdings nur auf Umwegen: der Pretzscher Pfarrer Johann Dürr verarbeitete sie 1628 in seiner gedruckten Leichenpredigt, dem „Decennium Memorabile“. Was davon Erlebnis und was Erzählung ist, lässt sich heute kaum noch trennen, auch weil die Selbstzeugnisse von Miltitz vermutlich verloren gegangen sind.

Die „Sächsische Biografie“ erinnert mit Bernhard von Miltitz an einen frühen Weltreisenden aus Sachsen, der im November seinen 400. Todestag hat.

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