Biografie des Monats Januar 2026

David Friedrich Oehler (1725-1797) – sächsische Stoffe für die ganze Welt

Porträt von David Friedrich Oehler (1725-1797)
Porträt von David Friedrich Oehler (1725-1797)

von Philipp Eller

Das Königreich Sachsen war Ende des 19. Jahrhunderts der Landesteil mit der höchsten Industriedichte in ganz Deutschland. Auch im ‚sächsische Textildreieck‘ zwischen Crimmitschau, Meerane und Glauchau schossen die Fabriken wie die Pilze aus dem Boden. Den Grund für diesen Boom bereiteten verschiedene Industriepioniere bereits im 18. Jahrhundert.

David Friedrich Oehler war einer dieser Pioniere, von Crimmitschau aus baute er eines der größten und erfolgreichsten protoindustriellen Textilunternehmen im Kurfürstentum Sachsen auf. Die Weber seines Verlagsnetzwerks produzierten in Crimmitschau, Werdau, Reichenbach und anderen Städten die Woll-Stoffe. In Oehlers zentraler Manufaktur in Crimmitschau bedruckte er die Stoffe unter anderem mit der Golgas-Technik, die ursprünglich aus Indien stammte. Die Textilien wurden von der beschaulichen Stadt an der Pleiße nicht nur nach ganz Europa und ins Osmanische Reich verkauft, sondern bis nach Südamerika exportiert.

David Friedrich Oehler war ein außergewöhnlicher Unternehmer, der ungeachtet von Kriegen, Revolutionen und Naturkatastrophen zu einem der bedeutendsten Textilproduzenten Sachsens aufstieg. In seiner Biographie spiegelt sich die Innovationskraft und internationale Vernetzung der sächsischen Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wider.

Anlässlich des 300. Geburtstags Oehlers ist im Crimmitschauer Museum „Tuchfabrik Gebr. Pfau“ bis 15.3.2026 eine Sonderausstellung zu sehen.

Die Säbi erinnert mit einer neuen Biografie an den Textilpionier, der mit seinem Unternehmen den Grundstein für die sächsische Woll-Industrie legte.

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