Biografie des Monats April 2026

Auguste Eichhorn (1854-1902) – Eine Pionierin der Frauenrechte

Porträt von Auguste Eichhorn (1854-1902)
Porträt von Auguste Eichhorn (1854-1902)

von Henrik Schwanitz

Als Auguste Eichhorn im Juni 1902 mit gerade einmal 47 Jahren verstarb, endete das entbehrungsreiche Leben einer bedeutenden, aber heute weitgehend in Vergessenheit geratenen sächsischen Frauenrechtlerin.

Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in der Industriestadt Chemnitz, teilt Eichhorn das Schicksal vieler Arbeiterkinder. Unter Vernachlässigung ihrer schulischen Bildung beginnt sie frühzeitig in einer Textil- und Maschinenfabrik zu arbeiten, wo sie das Elend der Arbeiterinnen und Arbeiter erlebt. Von ihrem ersten Ehemann lässt sie sich aufgrund von dessen Gewalttätigkeiten scheiden – in jener Zeit ein nicht selbstverständlicher Schritt. Durch ihren neuen Partner, den Steinmetz Hermann Eichhorn, kommt sie in Kontakt mit der organisierten Arbeiterbewegung und mit August Bebels Schrift „Die Frau und der Sozialismus“. In der Zeit der Sozialistengesetze beginnt sie sich selbst politisch zu engagieren und hilft in Leipzig bei der illegalen Verbreitung sozialistischer Schriften. Hier trifft sie auch die Frauenrechtlerin Clara Zetkin, mit der sie später in Dresden eng zusammenarbeitet. In der Residenzstadt tritt sie in führender Funktion als Initiatorin der proletarischen Frauenbewegung auf und gehörte 1894 zu den Gründerinnen des Frauen-Bildungsvereins. In ihrer Rolle als Rednerin und Organisatorin fordert sie die Emanzipation der Arbeiterinnen und deren Mitbestimmungsrecht sowohl bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen als auch in der männerdominierten SPD. Ihr energisches Eintreten für die Rechte der Arbeiterinnen endete mit ihrem frühen Tod infolge einer Tuberkulose.

Mit einem neuen Artikel von Friederike Zimmermann erinnert die Sächsische Biografie an die Frauenrechtlerin Auguste Eichhorn.

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