Zwischen Migration und Assimilation

Bearbeiter: Martin Arnold

Im Fokus des Dissertationsprojekts stehen Migrationsphänomene, die den Kulturtransfer zwischen Böhmen und Sachsen im 16. und 17. Jahrhundert maßgeblich prägten. Nach 1500 siedelten sich sächsische Adelsgeschlechter verstärkt in Böhmen an, wobei familiäre, wirtschaftliche und politische Verbindungen nach Sachsen mehr oder weniger intensiv aufrechterhalten wurden. Die Ausweisung eines Großteils dieser Familien im Rahmen der habsburgischen katholischen Konfessionalisierung nach 1620 und die Re-Migration nach Sachsen als böhmische Exulanten beendeten diese Episode der sächsisch-böhmischen Beziehungen. Am Beispiel der Familien von Bünau und von Salhausen werden in einer mikrohistorischen Längsschnittstudie Fragen adliger Interaktion und Kommunikation im Grenzraum von Sachsen und Böhmen thematisiert.