Abbildungen - 1918 als Achsenjahr der Massenkultur

Abb. 1 Tivoli

Am Anfang der Kinokultur standen auch in Dresden Wanderkinos, die seit 1896 als Jahrmarktsattraktion auf der Vogelwiese Besucher angelockt haben.
Am Anfang der Kinokultur standen auch in Dresden Wanderkinos, die seit 1896 als Jahrmarktsattraktion auf der Vogelwiese Besucher angelockt haben.

Die Postkarte aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts öffnet den Blick auf einen Jahrmarkt, die Dresdner Vogelwiese. Die Anfänge dieses traditionsreichen Volksfestes reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Seit 1874 fand es auf dem Johannstädter Elbufer statt, etwa dort, wo sich heute die Waldschlößchenbrücke befindet. Umgeben von weiteren Jahrmarktsbuden und mobilen Festhallen sind ein „Varieté“ und links daneben der aufwendig gestaltete „Tanzsalon Tivoli“ zu erkennen, vor dessen Eingang sich zahlreiche Personen versammelt haben. In solchen Schaubuden gastierten auf der Vogelwiese seit 1896 sogenannte Wanderkinematographen, die mit ihren Filmvorführungen zahlreiche Besucher angelockt haben. Im Hintergrund sind die Elbe und das gegenüberliegende, nördliche Elbufer mit seiner Bebauung zu erkennen.

Nachweis:

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Datei:Tivoli_Tanzsalon_Vogelwiese.jpg

 „Public domain“: Der Urheber dieses Bildes erlaubt die Verwendung durch jedermann in jeder Weise zu jedem Zweck, ohne Bedingungen oder Einschränkungen; oder das Bild ist frei von Urheberrechten.

 

Abb. 2 Konzertsaal des Vereinshauses in der Zinzendorfstraße

Konzertsaal des Vereinshauses in der Zinzendorfstraße
Seit 1903 wurde der Konzertsaal des Vereinshauses in der Zinzendorfstraße immer wieder für kinematographische Vorführungen vermietet.

Die Grafik aus dem Dresdner Adressbuch von 1902 zeigt die Innenansicht des Konzertsaals des Hotels und Vereinshauses in der Zinzendorfstraße 17. Der Saal mit Stichkappengewölbe ist im Stil der Neorenaissance ausgestaltet. Im Parkett, auf dem hufeisenförmig umlaufenden Rang sowie den Rängen an einer Schmalseite bot er über 1350 Besuchern Platz. Gleichsam im Rücken des Betrachters befindet sich an der zweiten Schmalseite in einem halbrunden Abschluss die Konzertorgel mit 54 Registern sowie das Podium für Chor und Orchester – das Dirigentenpult ist am unteren Bildabschluss gerade noch zu erkennen. Seit 1903 wurde der Konzertsaal immer wieder für kinematographische Vorführungen vermietet.

Nachweis:

Dresdner Adressbuch 1902

http://digital.slub-dresden.de/fileadmin/data/31475278Z/31475278Z_tif/jpegs/31475278Z.pdf

 

Abb. 3 Dedrophon

1906 entstanden in Dresden die ersten festen Kinos wie das „Dedrophon“. Da sie in kleinen leerstehenden Ladengeschäften eingerichtet wurden, hat sich für sie die Bezeichnung Ladenkino eingebürgert.
1906 entstanden in Dresden die ersten festen Kinos wie das „Dedrophon“. Da sie in kleinen leerstehenden Ladengeschäften eingerichtet wurden, hat sich für sie die Bezeichnung Ladenkino eingebürgert.

Auf dem Bildausschnitt ist der Eingangsbereich eines einfachen Wohn- und Geschäftshauses zu erkennen, über dem ein Firmenschild mit der Aufschrift „Kinematograph“ angebracht ist. Davor stehen mehrere Personen. Zwei von ihnen halten Reklameschilder, die an langen Stielen befestigt sind. Auf dem einen ist der Name des Kinos zu lesen: Es  handelt sich um das „Dedrophon-Theater“, das 1906 in der Wettiner Str. 34 seine Pforten geöffnet hat. Damit zählt es zu den ersten festen Dresdner Kinos. Außerdem wird auf weitere Filialen in der Prager Str. 56 und in der Bautzner Str. 9 verwiesen. Für diese Form des Kinos hat sich der Begriff Ladenkino eingebürgert, da sie in kleinen leerstehenden Ladengeschäften eingerichtet wurden. Auf dem anderen Reklameschild ist zu lesen: „ununterbrochen Vorstellung von 3 bis 11 Uhr“. 

 

Nachweis:

Rudolf Papst: Das Deutsche Lichtspieltheater in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Berlin 1926.

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Datei:Dedrophon1.jpg

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Abb. 4 U.T., Zuschauersaal um 1920

Abb. 4 U.T., Zuschauersaal um 1920
In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurden auch in Dresden größere Kinos wie das „U.T.“ („Union-Theater“) errichtet. In bestehende Gebäude hineingebaut, bot es Platz für über 1000 Zuschauer.

Das von dem Architekten Martin Pietzsch in bereits bestehende Gebäude hineingebaute „U.T.“ („Union-Theater“) war bei seiner Eröffnung 1913 das größte Kino Dresdens. Obwohl im Zweiten Weltkrieg nur wenig beschädigt, wurde das Bauwerk 1964 abgetragen. Der hier abgebildete hufeisenförmige Kinosaal im Stil der Reformarchitektur besaß Parkett, Rang und an der Seite Proszeniumslogen. Damit glich er einem Theatersaal. Die gewölbte Decke in 10 Metern Höhe wurde von 14 schlanken Pfeilern getragen, in die Leuchtbänder und Glühlampen integriert waren. Ihr grünes und goldenes Licht harmonierte mit der schwarz-gold-grünen Farbgestaltung der Innenausstattung.

 

Nachweis:

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Datei:DF_0186928.jpg

SLUB/Dt. Fotothek: df_hauptkatalog_0186928

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Abb. 5: Schauburg um 1991

Abb. 5: Schauburg um 1991
Die „Schauburg“ ist das erste freistehende Kinogebäude Dresdens. Sie wurde im Jahr 1927 eröffnet und wird noch heute als Kino genutzt.

Die nach Plänen von Martin Pietzsch an der Kreuzung Königsbrücker Straße / Bischofsweg errichtete „Schauburg“ ist das erste freistehende Kinogebäude Dresdens. Der 1927 eröffnete repräsentative Art-Deco-Bau bot 1000 Besuchern Platz. Von den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg blieb das Kino verschont und konnte deshalb am 3. Juni 1946 wiedereröffnet werden. Im Jahr 2017/2018 erfolgte ein Umbau, bei dem u.a. das auf der Abbildung zu erkennende flache Walmdach durch einen schwarzen Kubus ersetzt wurde, der einen weiteren Kinosaal enthält.

 

Nachweis: SLUB/Dt. Fotothek, df_hauptkatalog_0414001 Filmtheater Schauburg

 

Ähnliches Foto auf Stadtwiki Dresden / Schauburg, hier:

 

http://www.stadtwikidd.de/wiki/Datei:Schauburg1990.jpg (Foto

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