Sie sind hier:

CfP: Re|Präsentationen – (audio-)visuelle Medienpraktiken kuratieren

Kontakt

Nathalie Knöhr (ISGV)
Nadine Kulbe (ISGV)

Telefon
+49 351 436 16 50

Email
n.knoehr@isgv.de
n.kulbe@isgv.de

Ort
Freiberg

Datum
24./25. November 2022

Veranstalter
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Dresden) in Kooperation mit der Kommission Film und audiovisuelle Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft

Blick in die Ausstellung Unsere Menschen mit Besuchern, 1971
Foto: Gunther Galinsky, 1971

Deadline: verlängert bis 30. Juni 2022


Fotografien und Filme sind Medien der Kommunikation, Zeitzeugnisse oder künstlerische Ausdrucksform. Sie werden produziert, gesendet, geteilt, archiviert und ausgestellt. Was aber gerade in musealen Ausstellungen oftmals fehlt, ist eine Einbettung fotografischer und filmischer Exponate in ihren medienpraktischen Entstehungszusammenhang. Abseits wissenschaftlicher Kontexte findet eine umfassende, medienreflexive Auseinandersetzung mit den (audio-)visuellen Praktiken, ihren Materialitäten, Präsentationsformen, Konventionen und damit verbundenen Wissensbeständen bisher kaum statt. Die Tagung rückt damit die Frage in den Fokus, wie wissenschaftliche Arbeiten über die fotografische und filmische Praxis (die Produktion, Archivierung, Selektion und Präsentation von Bildern) und das damit verbundene Praxiswissen, kuratiert werden können. Sie schließt damit sowohl an (inter-)nationale Forschungen zur Medienpraxis, die (kritische) Museumswissenschaft sowie die (audio-)visuelle Anthropologie an. Dabei werden auch Konzepte der Citizen Science, etwa durch Einbindung lokaler Akteur:innen, aufgegriffen. Denn gerade eine Perspektivierung auf komplexe Handlungs- und Wissensgefüge des Bildermachens ermöglicht ein tieferes Verständnis für die Leistungen, Kompetenzen und Erfahrungen von Bildproduzent:innen und Praxisgemeinschaften. Dies erfordert zudem, nach den historisch und soziokulturell spezifischen Logiken kreativer Medienpraxis zu fragen.

In den Blick genommen werden sollen die Produktion, Distribution und Rezeption beteiligten Akteur:innen, deren mediale Praktiken und diese bedingende Strukturen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Formen und Formaten der (Re-)Präsentation. Sie werden, ebenso wie Wertungen, Rollen und Status, im diskursiven Spannungsfeld von Medienamateurismus und Professionalismus stetig ausgehandelt. Auch ein weiter Begriff des Kuratierens, der seit einiger Zeit zum Synonym für diverse mediale Praktiken der (Re-)Präsentation avanciert, zeigt dies an. In Bezug auf die Frage, wie visuelles Wissen kuratierend vermittelt werden kann, gewinnen zudem Konzepte von Wissensmilieus und Wissensräumen an Bedeutung. Auch die Distribution von Bildbeständen und ihre Zugänglichkeit, beispielsweise im digitalen Raum, müssen diskutiert werden. Hier stellt sich außerdem die Frage, inwiefern auch Unsichtbares und Abwesendes kuratiert werden kann.

Den Ausgangspunkt bildet ein breites Verständnis des Kuratorischen, das zugleich als Orientierungsrahmen für mögliche thematische Beiträge dient:

  • als museales Sammeln, Ordnen, Auswählen und Präsentieren von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; wobei nicht nur Bilder und fotografische/filmische Objekte, sondern auch Relationen, Narrative oder Wissen kuratiert werden;
  • medientheoretisch und -praktisch als Verfahren der Montage;
  • als analoges bzw. digitales sinnliches Erleben und Generieren ästhetischer Erfahrung;
  • als Übersetzung kulturanthropologischer, kunstgeschichtlicher, historischer, sozialwissenschaftlicher Forschungen in kuratorische Einheiten;
  • als sozialer, performativer Prozess, an dem menschliche wie nicht-menschliche Akteur:innen gleichermaßen beteiligt sind;
  • und als ein Möglichkeitsraum der Teilhabe, auf den u. a. ökonomische Mechanismen und kultur- sowie wissenschaftspolitische Interessenlagen einwirken und in dem unterschiedliche Zugänge, Deutungen und Bedeutungsgehalte ausgehandelt werden.

Wir freuen uns über Beiträge, die Konzeptionen und kuratorische Strategien für Praktiken des Fotografierens und des Filmens diskutieren. Erwünscht sind auch Best-Practice-Beispiele, die zu weiterführenden Reflexionen anregen. Beiträge aus der Kulturanthropologie/
Europäischen Ethnologie/Empirischen Kulturwissenschaft ebenso wie aus den Kunst- und Kulturwissenschaften, der Geschichte, Museologie oder aus sammelnden und kuratierenden Institutionen (Museen, Film- und Fotosammlungen, Kustodien) sind willkommen.

 

Bitte senden Sie Ihr Abstract (ca. 3.000 Zeichen, inkl. biografischer Angaben) bis zum 30. Juni 2022 per E-Mail an Nathalie Knöhr (n.knoehr@isgv.de) und Nadine Kulbe (n.kulbe@isgv.de).

Die Tagung soll in Freiberg stattfinden. Je nach pandemischer Lage behalten wir uns aber eine digitale Durchführung vor. Die Publikation eines Tagungsbandes ist geplant.

Zurück