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CfP: Performanzen & Praktiken. Kollaborative Formate in Wissenschaft und Kunst

Kontakt
Prof. Dr. Ira Spieker (ISGV)
Dr. Katharina Schuchardt (ISGV)

Telefon
+49 351 43616 42

Email
ira.spieker@mailbox.tu-dresden.de
k.schuchardt@isgv.de

Ort
Villa Wigman (Dresden)

Datum
07.-08. Juli 2022

Veranstalter
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) mit Unterstützung des Johann Gottfried Herder-Forschungsrat


Deadline: 15. Februar 2022


Jenseits der ,klassischen‘ Verschriftlichung von Forschungsergebnissen ist längst eine Vielzahl an alternativen Formaten entstanden: partizipative Ausstellungen und Interventionen, audiovisuelle Formate, Soundscapes, Reenactments , Szenische Lesungen oder Dokumentarisches Theater. Während Begriffe, Konzepte und Methoden in einzelnen Disziplinen bereits fachintern intensiv diskutiert wurden, stehen die – je nach Zusammensetzung der beteiligten Forschungsverbünde – unterschiedlichen Mechanismen und Herausforderungen von Kollaborationen bislang kaum im Fokus. Nach wie vor besteht daher ein hoher Bedarf an der Ausformulierung der konkreten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und außerwissenschaftlichen Akteur:innen und Institutionen. Formate, die über die reine Textform hinausgehen, bedingen unterschiedliche Settings bei der Wissensgenerierung und vor allem beim Wissenstransfer. Praktiken der Zusammenarbeit sind geprägt durch Interaktionen, (sinnliche) Wahrnehmungen – jenseits rein kognitiver Prozesse –, das Ausloten von Möglichkeitsräumen sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher institutioneller Logiken und Strukturen, (Wissens-)Hierarchien und Regelsysteme. Kollaborationen kommt damit neben den Vermittlungsaspekten insbesondere eine Rolle bei der Erkenntnisgewinnung zu. Die während der Rezeption hergestellte Bedeutung ist daher keine fixierte Größe und nur bedingt reproduzierbar; sie formiert sich im Moment der Aufführung, des Wahrnehmens oder Tuns und ist kommunikativ sowie transformativ situiert.

Kollaborative Arbeitsformen und Interaktionen zwischen Wissenschaft und künstlerischen oder bildungsorientierten Einrichtungen bzw. der außerakademischen Öffentlichkeit müssen sich dementsprechend mit den Ebenen Wissensproduktion und -transfer auseinandersetzen, darüber hinaus mit verschiedenen Formaten sowie den unterschiedlichen Logiken und (ungeschriebenen) Regeln der Kooperationspartner:innen. Entsprechend finden sowohl auf inhaltlicher als auch auf organisatorischer Ebene sowie im Vermittlungsprozess immer wieder Übersetzungsleistungen statt, die auch Einfluss auf das Ergebnis der Kollaboration haben und infolgedessen methodisch wie konzeptionell reflektiert werden müssen. Das betrifft insbesondere transnationale Kooperationen und die ihnen immanenten interkulturellen und strukturellen Abstimmungsprozesse. Beiträge, die sich entsprechenden Projekten widmen, vorzugsweise auch aus dem osteuropäischen Raum, sind daher ausdrücklich willkommen – ebenso die Thematisierung von „Übersetzungsproblematiken“ in Bezug auf Sprache, Grenzen, Narrative, Erinnerungskulturen und Identitätspolitiken in beispielhaften Projekten.

Erbeten werden Vorschläge aus den Geistes- und Kulturwissenschaften und ihren Einrichtungen sowie von freiberuflich Tätigen. Die Vorträge sollten sich einem der folgenden Themenfelder zuordnen lassen:

  • Wissen: Spezifika der Generierung und der Vermittlung (Forschungsdesigns, methodische Zugänge und Auswertung bzw. Aufbereitung der Daten) – analog zu den gewählten Formaten
  • Formate: Konzeptionelle Überlegungen und methodisches Vorgehen am Beispiel spezifischer Projekte
  • Kollaborationen: Reflexion von gelungenen ebenso wie von konfliktbehafteten oder gescheiterten Projekten in ihrer Genese, Umsetzung und Rezeption sowie vor allem der kommunikativen Prozesse während der Zusammenarbeit
  • Transfer: Vermittlungsprozesse zwischen Disziplinen, Institutionen, nationalen Zuschreibungen, Sprachen

Ihr Abstract (max. 3.000 Zeichen) incl. CV schicken Sie bitte bis zum 15. Februar 2022 an k.schuchardt@isgv.de und ira.spieker@mailbox.tu-dresden.de

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch

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