Schriftenreihen des ISGV

Foto: Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde Band 27 - ISGV - Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde

Band 27

Die Familie von Bünau

Adelsherrschaften in Sachsen und Böhmen vom Mittelalter bis zur Neuzeit

(2008)

Herausgeberin: Martina Schattkowsky

Verlag: Leipziger Universitätsverlag GmbH

536 Seiten, Hardcover, 62,00 €

Gedruckt mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Union (Kofinanzierung des Projektes), der Niederlassung Schloss Weesenstein und Schlösserland Sachsen – Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.

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Mit diesem Sammelband über die Geschichte der Bünaus in Sachsen und Böhmen bietet sich die Chance, spezielle Fragen der modernen Adelsforschung am Beispiel einer einzelnen Niederadelsfamilie zu thematisieren, ohne dabei die Bezüge zu anderen Adelslandschaften im Alten Reich und im europäischen Kontext aus dem Blick zu verlieren.

Die Beiträge einer 2006 auf Schloss Weesenstein veranstalteten Tagung widmen sich den Strukturen der Bünau’schen Herrschaft, den hochmittelalterlichen Ausgangsbedingungen und den Grundlagen des spätmittelalterlichen Aufstiegs der Bünaus zu einem der bedeutendsten Niederadelsgeschlechter des wettinischen Herrschaftsraums. Ausblicke auf adliges Wirtschaften und materielle Existenzsicherung gehören ebenso dazu wie das politische Engagement des Adels im Fürstendienst. Darstellungen über adlige Repräsentation, über Bildung und Buchbesitz sowie über Ausdruckformen von Adelsfrömmigkeit und Strategien adliger Selbstbehauptung im 18. Jahrhundert runden das Themenspektrum ab. Bezogen auf das frühe 19. Jahrhundert geraten Aspekte der sozialen Identität und der Selbstdefinition des Adels in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

Eine wichtige Rolle spielen schließlich grenzüberschreitende Familienbeziehungen der Bünaus zwischen Sachsen und Böhmen, die sich etwa anhand von Heiratsverbindungen sowie auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene festmachen lassen. Besonders in gesellschaftlichen Umbruchzeiten oder in Krisensituationen des Dreißigjährigen Kriegs konnten diese mit dazu beitragen, den Fortbestand und das „Oben-Bleiben“ des Geschlechts zu sichern.