Repertorium Saxonicum

Bearbeiter: Jens Klingner, André Thieme (bis 2006) – externer Mitarbeiter: Jochen Vötsch
Laufzeit:
1997 - 2006, seit 2023
Webseite:
repsax.isgv.de

Kooperationspartner: Institut für Landesgeschichte im Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Halle) (seit 2024)

Förderung: Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung (seit 2025)

 

Das „Repertorium Saxonicum“ verzeichnet die Daten der digital aufbereiteten albertinischen Amtserbbücher aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Dieser für die spätmittelalterliche beziehungsweise frühneuzeitliche Geschichte Sachsens bedeutsame Quellenbestand beinhaltet detaillierte Aufzeichnungen der zum Territorialstaat zugehörigen Einkommen und Rechte der Ämter und Orte. Aufgenommen wurden unter anderem die Einwohnerschaft in ihrer sozialen Schichtung, die Flurgröße, die Abgabenlast einschließlich der Frondienste, die Gerichtshoheiten und Gerichtsmodalitäten, die kirchlichen Strukturen und die Grundherren.

In ihrer Genauigkeit und Informationsdichte stellen die Bücher ein einzigartiges historisch-statistisches Material zur Verfügung, welches von 1997 bis 2005 durch Mitarbeiter des ISGV erhoben und in eine Datenbank eingepflegt wurde. 2006 wurden die Grunddaten von 1.837 Ortschaften aus 38 Ämtern für Nutzerinnen und Nutzer online gestellt. Dazu gehören die Ämter Annaberg, Borna, Chemnitz, Colditz, Döbeln, Dresden, Freiberg, Grimma, Großenhain, Grünhain, Hohnstein, Kloster Buch, Kloster Sornzig, Laußnitz, Leipzig, Leisnig, Lichtenwalde, Lohmen, Meißen, Moritzburg, Mügeln, Naunhof, Oschatz, Pegau, Pirna, Rabenstein, Radeberg, Rochlitz, Schellenberg, Schlettau, Schulamt Grimma, Schulamt Meißen, Schwarzenberg, Stolpen, Tharandt, Wolkenstein, Wurzen und Zwickau.

2021 erfolgte der Relaunch des zu diesem Zeitpunkt veralteten Onlineportals nach BITV 2.0. Parallel dazu wurden die Kriterien für eine Aufnahme der bis dato nicht beachteten Bände der Ämter Nordsachsens und des Vogtlands sowie des heutigen Thüringens und Sachsen-Anhalts geprüft und im Anschluss Anpassungen an der Datenbank vorgenommen, um das Projekt fortsetzen zu können. Die Wiederaufnahme des Projektes startete 2023 mit der Erhebung der Daten aus den Amtserbbüchern mit von Düben, Eilenburg und Torgau; 2026 folgte die Auswertung der Amtserbbücher von Delitzsch und Voigtsberg.

Seit 2024 kooperiert des ISGV mit dem Institut für Landesgeschichte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle (Saale). Durch die Bearbeitung der ehemaligen wettinischen Ämter außerhalb der heutigen Landesgrenzen des Freistaates kann nun erstmals der gesamte historische Raum des albertinischen Herzogtums erfasst werden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sind bisher die Ämter Annaburg, Bitterfeld, Brehna, Eckartsberga, Freyburg, Gräfenhainichen, Pforta, Pretzsch, Sangerhausen, Schweinitz und Wittenberg aufgenommen worden. Die Ämter Elbenau, Gommern, Lichtenburg, Seyda und Weißenfels sind in Bearbeitung.

Das Vorhaben wird seit 2025 durch die Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung gefördert. Somit können auch die Ämter auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Thüringen in die Datenbank einfließen. Aus dem Nachbarbundesland konnten bisher die Bände der kursächsischen Ämter Langensalza und Thamsbrück aufgenommen werden. Eisenberg, Herbsleben und Sachsenburg sowie das bedeutenden Amt Altenburg werden folgen. Insgesamt sind damit fast 2.500 Orte aus 59 Ämtern erfasst und ca. 18.000 Abgaben für das albertinische Territorium des 16. Jahrhunderts über das Repertorium Saxonicum abrufbar.

Unterstützt wird das Vorhaben durch die Archive, welche die Amtserbbücher verwahren. Sowohl das Sächsische Staatsarchiv als auch das Landesarchiv Sachsen-Anhalt stellen seit neuestem die Digitalisate der Bände aus ihren Standorten Dresden beziehungsweise Wernigerode bereit, welche über die Archiv-Webseiten eingesehen werden können.

Stand: 26. August 2026

Literatur:

Jens Klingner, Die kursächsischen Amtserbbücher Sachsen-Anhalts im Repertorium Saxonicum, in: Sachsen und Anhalt 37 (2025), S. 383-393.

Jens Klingner/Henrik Schwanitz, Die digitalen Quellen des ISGV, in: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde 1997–2017 (Spurensuche. Geschichte und Kultur Sachsens, Bd. 7), hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden 2017, S. 109-119.

André Thieme, Das Repertorium Saxonicum – eine historisch-statistische Datenbank über die kursächsischen Amtserbbücher aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, in: Editionswissenschaftliche Kolloquien 2005/2007: Methodik – Amtsbücher – Digitale Edition – Projekte (Publikationen des Deutsch-Polnischen Gesprächskreises für Quelleneditionen, Bd. 4), Toruń 2008, S. 99-127.

André Thieme, Repertorium Saxonicum, in: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde 1997–2007 (Spurensuche. Geschichte und Kultur Sachsens, Bd. 1), hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden 2007, S. 84-91.

André Thieme, Die kursächsischen Amtserbbücher aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ihre digitale Erfassung, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 74/75 (2003/2004), S. 413-422 (https://repsax.isgv.de/Thieme-AEB-vorEV.pdf).

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