Sächsische Geschichte

Codex diplomaticus Saxoniae

Bearbeiter: Christian Schuffels

Nach der Gründung des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) 1997 konnte die Arbeit am sächsischen Urkundenbuch, dem Codex diplomaticus Saxoniae, nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder aufgenommen werden. Zunächst wurde mit der Edition der Urkunden des Zisterzienserklosters Altzelle, dann der Papsturkunden des Sächsischen Hauptstaatsarchivs Dresden durch Tom Graber begonnen.   Der Codex diplomaticus Saxoniae, die bedeutendste Quellensammlung Mitteldeutschlands, gliedert sich in drei Hauptteile:

  • Hauptteil I: Die Urkunden der Markgrafen von Meißen, Herzöge und Kurfürsten von Sachsen sowie der Landgrafen von Thüringen
  • Hauptteil II: Die Urkunden der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen
  • Hauptteil III: Die Papsturkunden in Sachsen

  Von 1864 bis 1909 erschienen 24 Bände des Quellenwerkes, darunter befinden sich in jeweils drei Bänden die Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen von 948 bis 1234 sowie von 1381 bis 1418 (Hauptteil I), die Urkundenbücher des Hochstifts Meißen sowie der Städte Leipzig, Dresden und Pirna, Chemnitz, Freiberg, Meißen, Kamenz, Löbau und Grimma, schließlich das Urkundenbuch und die Matrikel der Universität Leipzig (Hauptteil II). Im Jahr 1941 konnte noch der Band mit den Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen von 1419 bis 1427 veröffentlicht werden, bevor die Bearbeitung des sächsischen Urkundenbuches zum Erliegen kam. Im geplanten III. Hauptteil „Die Urkunden zur Geschichte kleinerer Städte, Marktflecken, Dörfer, einzelner Geschlechter und Personen“ ist nie ein Band erschienen. Entsprechende Editionen werden künftig im II. Hauptteil Aufnahme finden, während der III. Hauptteil seit der Wiederaufnahme des Projektes für die Edition der Papsturkunden in Sachsen bestimmt ist. Alle bis 1941 publizierten Bände sind online verfügbar: http://codex.isgv.de. Die Digitalisierung der neueren Bände ist ebenfalls vorgesehen. Eine grundlegende Abhandlung zur Geschichte des Codex diplomaticus Saxoniae bietet Matthias Werner, „Zur Ehre Sachsens“. Geschichte, Stand und Perspektiven des Codex diplomaticus Saxoniae, in: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland, hrsg. von Tom Graber (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Bd. 12), Leipzig 2005, S. 261-302: http://codex.isgv.de/Werner.pdf Der Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, wo der I. Hauptteil bearbeitet wird, und des ISGV, in dem der II. und III. Hauptteil bearbeitet werden, fortgesetzt. Informationen zum Projekt bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften finden sich unter: http://www.saw-leipzig.de/forschung/projekte/codex-diplomaticus-saxoniae Am ISGV werden derzeit eine Ergänzung und Fortsetzung des Urkundenbuches der Stadt Dresden vorbereitet (Ulrike Siewert) und die Edition der Papsturkunden des Sächsischen Staatsarchivs, Hauptstaatsarchivs Dresden fortgeführt (Christian Schuffels). Das Urkundenbuch der Städte Dresden und Pirna wurde von Karl Friedrich von Posern-Klett bearbeitet und 1875 von Otto Posse herausgegeben. In diesem Band wurden allerdings wichtige die Stadt Dresden betreffende Urkunden nicht berücksichtigt. Das geplante Urkundenbuch soll dabei nicht nur als Ergänzungsband zu dem bereits vorliegenden dienen, sondern in Ausweitung des Bearbeitungszeitraums bis 1539, d.h. bis zur Durchsetzung der Reformation in Dresden, zusätzliches Quellenmaterial bieten. In einzelnen Teilbänden werden dabei die Dresdner und Altendresdner Urkunden zu den Pfarrkirchen (Frauenkirche, Kreuzkirche und Dreikönigskirche), zu den Klöstern und Spitälern sowie die städtischen Urkunden ediert.
Der dritte Hauptteil des Codex diplomaticus Saxoniae knüpft an die internationale Papsturkundenforschung und deren großangelegte Erschließungsvorhaben wie die „Regesta pontificum Romanorum“, das Göttinger Papsturkundenwerk, und den „Censimento Bartoloni“ an. Der Codex will die in den sächsischen Archiven und Bibliotheken überlieferten Papsturkunden der Forschung zugänglich machen. Im Jahr 2009 hat Tom Graber den ersten Band des dritten Hauptteils vorgelegt und darin sämtliche päpstliche Originalurkunden bis zum Jahr 1303 im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden ediert. Seit 2017 wird die Bearbeitung fortgesetzt. Nunmehr werden die Originalurkunden dieses Archivs, die von den Päpsten im Laufe des 15. Jahrhunderts ausgestellt worden sind, in Angriff genommen und für die Publikation im dritten Hauptteil vorbereitet.

 

Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae

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http://codex.isgv.de

Der 1860 durch die Sächsische Staatsregierung begründete Codex diplomaticus Saxoniae ist das grundlegende Quellenwerk zur mittelalterlichen Geschichte Sachsens. Von 1864 bis 1941 erschienen 25 Bände des sächsischen Urkundenbuchs, danach wurde die Bearbeitung des Codex eingestellt. Erst in den 1990er-Jahren kam es zu einer Wiederaufnahme der Editionstätigkeit. Der Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (I. Hauptteil) und des ISGV (II. und III. Hauptteil) fortgesetzt. Nach ersten Arbeiten an der Edition der Urkunden des Zisterzienserklosters Altzelle und der Papsturkunden des Sächsischen Hauptstaatsarchivs Dresden, wird derzeit am ISGV eine Ergänzung und Fortsetzung des Urkundenbuches der Stadt Dresden vorbereitet. Sämtliche bis 1941 publizierte Bände des Codex diplomaticus Saxoniae sind im Internet abrufbar.