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Die Sammlungen am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde

Obwohl das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) mit seiner Gründung im Jahr 1997 eine recht junge Institution ist, verhalfen die verschiedenen Vorläufereinrichtungen dem Institut zu einer Fülle von Sammlungen und Nachlässen, die im ISGV aufbewahrt, gesichert und bearbeitet werden. Bei vielen Beständen ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, über welche Wege sie an das Institut gelangt sind, einige Objekte dürften aber noch auf die Aktivitäten des Vereins für sächsische Volkskunde bzw. auf Personen aus dessen Umfeld zurückzuführen sein. Einen großen Teil der Sammlungen verdankt das ISGV dem bedeutenden Volkskundler Adolf Spamer (1883-1953), der von 1926 bis 1936 und von 1945-1953 in Sachsen und insbesondere in Dresden gewirkt hat. Weitere Sammlungsbestände gelangten über Schenkungen und Kauf an das Institut.

Aus den eigenen Anstrengungen, die in Teilen auf ältere Bestände zurückgehen, stechen das „Digitale Bildarchiv“ und das „Lebensgeschichtliche Archiv für Sachsen“ hervor. Einen einzigartigen Stellenwert hat das digitale Bildarchiv des ISGV, das mittlerweile aus etwa 110.000 Fotos und Abbildungen aus den verschiedensten Bereichen regionaler Alltagskultur besteht, von denen 90.000 aus der institutseigenen Bildsammlung stammen. Bislang sind ca. 26.000 Abbildungen über das Internet abrufbar. Die Palette der Abbildungen reicht von Spamers Sammlung zum Thema Krieg (Flugblätter, Feldpostbriefe, Bildpostkarten etc.) über eine umfangreiche Museumsdokumentation (20.000 Fotografien von Museumsobjekten in Sachsen aus den 1930er Jahren), Abbildungen des „Heimatwerks Sachsen“ (Landschaftsaufnahmen, Bilder von Handwerkern, Grafiken etc.), Zeichnungen von ländlichen Bauten, Trachtenbilder, bäuerliches Mobiliar, Bildpostkarten aus ganz Sachsen bis hin zu Foto-Dokumentationen von Festen und Bräuchen, des ländlichen Wohnens und der Veränderung von Städten und Dörfern im Laufe der letzten Jahrzehnte. Im „Lebensgeschichtlichen Archiv für Sachsen“ werden verschiedene Formen von autobiografischen, biografischen und Ego-Dokumenten gesammelt. Diese Dokumente werden gezielt angeschafft, es handelt sich dabei um Tagebücher, Fotoalben, Haushaltsbücher, Briefkonvolute und insbesondere biographische Interviews, die im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeit des Instituts angeworben bzw. erhoben werden.

Die Sammlung Spamer besteht aber nicht nur aus den bereits erwähnten Bildern, sondern beinhaltet auch Andachtsbilder, Segen und Beschwörungen, Zaubersprüche, Todesanzeigen, Materialien zu den verschiedenen Forschungsgebieten der Volkskunde und beispielsweise Oster- und Weihnachtskarten.

Unter den Materialien sind zudem noch die Ergebnisse der Brauchtumsbefragungen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes Sachsen aus den 1930er Jahren, die Ergebnisse einer Befragung zur Festgestaltung in Sachsen aus den 1990er Jahren (mit einem Rücklauf aus 695 sächsischen Gemeinden) und Aktenschränke voll mit Materialien zu verschiedenen Forschungsbereichen (z.B. Bergbau, Weinbau, Religiosität, Wissenschaftsgeschichte, Brauchtum, Handwerk, Erzählforschung).

Sammlungsüberblick

Sammlung Adolf Spamer

Bildmaterialien

  • Fotografien aus und über Sachsen
  • Bildpostkarten
  • Diverse Zeichnungen (Häuser, Möbel, Werkzeug etc.)
  • Trachtenbilder

Nachlässe

  • Siegfried Kube
  • Hugo Wiechel
  • Josepha Elstner-Oertel
  • Hermann Lemme

Lebensgeschichtliches Archiv

  • Biografische Interviews
  • Briefe
  • Tagebücher
  • Fotoalben
  • Autobiografische Schriften

Corpus der Segen und Beschwörungen

Kartensammlung

  • Historische Sport- und Wanderkarten